Warum ein gemeinsames Grundblatt hilft
Viele Lehrkräfte bauen für jede Gruppe ein eigenes Blatt. Das kostet Zeit und führt oft dazu, dass die Gruppen an verschiedenen Inhalten arbeiten. In der Besprechung fehlt dann die gemeinsame Basis.
Besser ist ein Grundblatt mit demselben Thema und denselben Kernaufgaben. Du veränderst nur die Hilfen, die Textmenge und die Offenheit der Aufgaben. So können am Ende alle Schülerinnen und Schüler über dieselbe Sache sprechen.
Schritt 1: Das Lernziel für alle festlegen
Schreib zuerst einen Satz auf: Was sollen alle am Ende der Stunde können? Dieses Ziel gilt für jedes Niveau. Die Niveaus unterscheiden sich nur im Weg dorthin.
Ein Beispiel aus Deutsch: Alle sollen erklären können, was ein Adjektiv ist, und es in einem Satz finden. Das ist das gemeinsame Minimum. Wer schneller ist, schreibt eigene Sätze mit Steigerungsformen.
Schritt 2: Die mittlere Version zuerst schreiben
Beginne mit dem Blatt für die Mitte der Klasse. Es ist der Maßstab, von dem du nach oben und unten abweichst. Achte auf klare Arbeitsaufträge mit einem Verb am Anfang: markiere, ordne zu, begründe.
Plane drei bis fünf Aufgaben, die von leicht nach schwer gehen. Die erste Aufgabe sollte jeder lösen können. So kommt die ganze Klasse ins Arbeiten.
Schritt 3: Die leichtere Version ableiten
Für das einfachere Niveau nimmst du dasselbe Blatt und baust Stützen ein. Bewährt haben sich diese Hilfen:
- Kürzere Texte mit einfacheren Sätzen und größerer Schrift.
- Wortspeicher oder Satzanfänge, die den Einstieg erleichtern.
- Auswahlantworten statt offener Fragen.
- Ein gelöstes Beispiel direkt über der Aufgabe.
- Weniger Aufgaben, aber dieselben Kernaufgaben.
Wichtig: Die leichtere Version darf nicht kindlich wirken. Gerade ältere Schülerinnen und Schüler merken sofort, wenn ein Blatt nach Grundschule aussieht. Halte das Layout gleich und ändere nur den Inhalt.
Schritt 4: Die anspruchsvollere Version ableiten
Für das höhere Niveau nimmst du Hilfen weg und öffnest die Aufgaben. Statt „Ordne zu“ heißt es dann „Begründe“ oder „Finde ein eigenes Beispiel“. Eine zusätzliche Transferaufgabe am Ende fängt die Schnellen auf.
Mehr Aufgaben sind nicht automatisch mehr Anspruch. Eine gute offene Frage fordert oft stärker als fünf weitere Lückensätze.
Schritt 5: Die Niveaus unauffällig kennzeichnen
Viele Lehrkräfte markieren die Blätter mit Symbolen statt mit Zahlen. Ein Kreis, ein Dreieck und ein Quadrat sagen dir alles, wirken aber nicht wie eine Rangliste. Manche lassen die Schülerinnen und Schüler das Niveau auch selbst wählen und wechseln, wenn es nicht passt.
Lege für jedes Niveau eine Lösung bereit. Dann können die Gruppen sich selbst kontrollieren und du hast Zeit für die Kinder, die Hilfe brauchen.
Wo eine App helfen kann
Das Ableiten der Niveaus ist Handarbeit, die sich oft wiederholt: Text kürzen, Sätze vereinfachen, Hilfen ergänzen. Genau hier kann eine KI einen ersten Entwurf liefern. Den prüfst und überarbeitest du dann selbst, denn du kennst deine Klasse.
Teachify ist eine App für Lehrkräfte auf iPhone und iPad. Mit Pro erstellt die KI ein neues Arbeitsblatt auf Wunsch in bis zu drei Niveaus. Vorhandenes Material passt sie an, etwa in einfachere Sprache, mit zusätzlichen Hilfen oder für eine andere Klasse; eigene Texte kann sie vereinfachen. Vor dem Senden ersetzt dein Gerät Namen aus deinen Klassenlisten und weitere erkannte Namen durch Platzhalter. Was das genau bedeutet und wo die Grenzen liegen, steht offen in der Datenschutzerklärung.
Typische Fehler
Drei Fehler tauchen immer wieder auf. Erstens: Die leichte Version hat ein anderes Thema und die Gruppe ist im Gespräch abgehängt. Zweitens: Die schwere Version ist nur länger, nicht anspruchsvoller. Drittens: Es fehlen Lösungen, und du bist die ganze Stunde mit Kontrollieren beschäftigt.
Wenn du diese drei Punkte im Blick hast, trägt dein Grundblatt durch die Stunde. Mit der Zeit entsteht eine Sammlung, die du in jedem Jahrgang wieder nutzen kannst.
Häufige Fragen
Wie viele Niveaus brauche ich für ein differenziertes Arbeitsblatt?
Meist reichen drei Niveaus: eine Grundversion mit Hilfen, eine mittlere Version und eine offene Version mit Transferaufgabe. Mehr Stufen erhöhen den Aufwand stark und bringen im Alltag wenig.
Sollen Schülerinnen und Schüler ihr Niveau selbst wählen?
Das ist eine bewährte Möglichkeit. Wichtig ist, dass sie wechseln dürfen, wenn das Niveau nicht passt, und dass die Kennzeichnung nicht wie eine Rangliste wirkt, zum Beispiel durch Symbole.
Darf ich KI für differenzierte Arbeitsblätter nutzen?
Ja, als Hilfe für einen ersten Entwurf. Gib keine Namen oder andere Daten deiner Schülerinnen und Schüler ein und prüfe jeden Entwurf fachlich, bevor du ihn einsetzt. Beachte die Vorgaben deines Landes und deiner Schule.